Prof. Dr. Ulrich Kaiser
Professor für Musiktheorie
Hochschule für Musik und Theater München
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Vorlesung 2



German: In Gesprächen über die Sonatenhauptsatzform bei Mozart wird häufig den motivisch-thematischen Gestaltungen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Selbstverständlich sind Mozarts Kompositionen deshalb so schön, weil sich in ihnen sehr eingängige Melodien finden. Ob diese jedoch auch für ein formales Verständnis seiner Kompositionen geeignet sind, lässt sich zumindest mit guten Gründen bezweifeln. In drei Vorlesungen zur ›Harmonielehre und Form im ausgehenden 18. Jahrhundert‹ soll anhand vieler Notenbeispiele der Versuch unternommen werden, ein Verständnis für Mozarts Kompositionen aus harmonischen Sicht zu entwickeln. Es führt von Menuetten und der Menuett-Didaktik des 18. Jahrhunderts über Mozarts früheste Kompositionen bis zu seinen später entstandenen Werken wie zum Beispiel seinen Klaviersonaten. Auf der einen Seite ist es dabei interessant, mit wie wenigen harmonischen Modellen Mozart in der Lage war, bereits mit vier Jahren Menuette und mit acht Jahren Sonaten zu komponieren. Auf der anderen Seite kann für uns heute das Wissen um den Lernweg des jungen Mozarts äußerst wertvoll sein, weil es hilfreich dabei ist, einen undogmatischen Umgang mit der Musik Mozarts im Speziellen und mit Kompositionen des 18. Jahrhunderts im Allgemeinen zu entwickeln.

English: In talks about Mozart's sonata form, special attention is often given to the motivic-thematic design. Of course, Mozart's compositions are so nice because they contain a very catchy melodic design. However, whether this is suitable also for a formal understanding of his compositions, can be doubted at least with good reasons. In three lectures on "Harmony and Form in the outgoing 18th Century", the attempt is started to develop an understanding for Mozart's compositions from the viewpoint of harmonics. With the help of many music examples it leads from minuets and the minuet didactics of the 18th century about Mozart's earliest compositions up to his later works, e.g. to his piano sonatas. On the one hand it is interesting, that Mozart could compose minuets and sonatas with only a handful of harmony models, when he was four and eight years old. On the other hand, the knowledge about Mozart's learning process can be extremely valuable for us today, because it helps to develop a non-dogmatic approach to the music of Mozart in particular and to compositions of the 18th century in general.


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  • Programmheft Shanghai Conservatory of Music 2019
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Angabe Inhalt der zweiten Vorlesung:

  • Perioden und periodenartige Gestaltungen in der Formfunktion Seitensatz
  • vergleichbare acht- und viertaktige Einheiten in der Formfunktion Seitensatz
  • Gestaltungen des mi-fa-sol-ut-Modell in der Formfunktion Schlussgruppe
  • Reprise der Formfunktionen Hauptsatz und Seitensatz sowie die ›Mannheimer Reprise‹

Video der zweiten Vorlesung: