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4. Sitzung / Die Schlussgruppe

Was bisher geschah...

  • Sie können die Begriffe Formfunktion, Hauptsatz, Überleitung und Seitensatz erklären und Merkmale benennen, an denen man diese Formfunktion oftmals erkennen kann.
  • Sie haben ein Verständnis für die Modelle Periode, Aria-di-Fiorenza, 4–1 (fa-ut) Modell, und Pendelharmonik.
  • Sie kennen Autoren, die sich mit der Theorie der Sonatenform beschäftigt haben.

Beabsichtigte Lernziele

  • Verbesserungen der Fähigkeiten beim Erstellen einer Stilübung
  • ein Verständnis für die Formfunktion Schlussgruppe
  • Einführung in die Gliederungsanalyse nach H. Chr. Koch 

Besprechung der Stilübungen

Dauer:
max. 15 Minuten
Grouping:
Diskussion (Meeting-Room)

Hier können vorliegende die Hausarbeiten besprochen werden.

Formfunktion Schlussgruppe

Dauer:
16 Minuten
Arbeitsform
Einzelarbeit
Schauen Sie sich das folgende Video (ab Timecode 20:21 bis Timcode 35:48) zur Formfunktion Schlussgruppe an:

Riepel und Koch

 Joseph Riepel und insbesondere Heinrich Christoph Koch haben in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als erstes die Ordnungen für die Abfolge von Kadenzen beschrieben und zur Grundlage ihres Kompositionsunterrichts gemacht. Dabei wurde − aus heutiger Sicht erstaunlicher Weise − nicht zwischen Kompositionen verschiedener Gattungen unterschieden:

DAs folgende Gliederungsmodell hat H. Chr. Koch im dritten Band seiner Kompositionslehre beschrieben:

Das heißt, dass in einer Sonatenexposition in C-Dur zuerst ein Ganzschluss in C-Dur, anschließend ein Halbschluss in C-Dur (d.h., in den Noten ein G-Dur-Akkord mit dominantischer Wirkung), dann ein Halbschluss in G-Dur (d.h., in den Noten ein D-Dur-Akkord mit dominantischer Wirkung) und abschließend ein Ganzschluss in G-Dur erklingen sollten.

Richtig oder falsch?

Bestimmen Sie, ob die genannten Gliederungspunkte gemessen an dem Schema H. Chr. Kochs richtig oder falsch sind.      

Frage 1

Komposition in F-Dur

F als Ganzschluss – C als Halbschluss – G als Ganzschluss – C als Halbschluss 

Frage 2

Komposition in G-Dur

G als Ganzschluss – D als Halbschluss – A als Halbschluss – D als Ganzschluss 

Frage 3

Komposition in D-Dur

D als Ganzschluss – A als Ganzschluss – E als Halbschluss – A als Ganzschluss 

Frage 4

Komposition in B-Dur

B als Ganzschluss – Es als Halbschluss – C als Halbschluss – F als Ganzschluss 

Frage 5

Komposition in c-Moll

c als Ganzschluss – G als Halbschluss – B als Halbschluss – Es als Ganzschluss 

Frage 6

Komposition in d-Moll

d als Ganzschluss – a als Halbschluss – C als Halbschluss – F als Ganzschluss 

Besprechung

Besprechung des Koch'schen Gliederungsmodells anhand verschiedener Beispiele: 

Schlussrunde

Zusammenfassung und Ausblick

Sie sollten wissen

  • Sie haben eine Vorstellung von der Formfunktion Schlussgruppe und kennen Eigenschaften, an der Sie eine Schlussgruppe erkennen können (4. Sitzung).   
  • Sie kennen die Standard-Kadenzgliederung mit vier Absätzen nach H. Chr. Koch (4. Sitzung).
  • Sie haben ein differenziertes Verständnis für den Begriff Seitensatz entwickelt und haben erste Probleme bei der Bestimmung kennen gelernt (3. Sitzung). 
  • Sie kennen Namen von Autoren, die umfangreichere Arbeiten zum Thema Sonatenform publiziert haben (Hausaufgabe zur 4. Sitzung).
  • Sie erkennen typische harmonische Gestaltungen von Überleitungen (2. Sitzung).
  • Sie haben ein theoretisches Modell (4–1 (fa-ut) Modell) zur Beschreibung des harmonischen Verlaufs von Überleitung kennengelernt (2. Sitzung, Erklärung im Video 1. Vorlesung ab 31:54). 
  • Sie haben einen ersten Eindruck für die Schwierigkeit bekommen, eine Vorgabe zur Formfunktion Hauptsatz zu vervollständigen (2. Sitzung). 
  • Sie können den Unterschied zwischen einem satztechnischen Modell oder Formmodell (z.B. einer Periode) auf der einen und einer Formfunktion auf der anderen Seite erklären (1. Sitzung, Erklärung im Video 1. Vorlesung ab 15:07). 
  • Sie wissen, was in der Formenlehre als ›Periode‹ bezeichnet wird und können dieses Modell veranschaulichen (1. Sitzung).
  • Sie wissen, dass sich aus einfachen Harmoniemodellen in Verbindung mit Kadenzen Perioden gestalten lassen.
  • Sie kennen das I-IV-I-V-I-Harmoniemodell und die dazugehörige charakteristische Oberstimmenstruktur (x-6-5-4-3) (1. Sitzung).
  • Sie kennen das ›Aria-di-fiorenza‹-Modell mit und ohne Trugschluss (1. Sitzung). 
  • Sie kennen Gestaltungen von Halb- und Ganzschlüssen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (1. Sitzung).
  • Sie können die Satzmodelle am Klavier in gebräuchlichen Tonarten spielen (1. Sitzung).